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Forschungslandschaft "Nachhaltigkeit und Wirtschaftswissenschaften" (2000-2003)
 
Das Ziel dieser Internet-basierten Recherche ist es, einen strukturierten Überblick über die Forschung und Forschungsförderung in der Bundesrepublik Deutschland im Bereich der ökonomischen Nachhaltigkeitsforschung zu gewinnen. Betrachtet wurden alle Projekte zum Thema Nachhaltigkeit mit einem ökonomischen Bezug in der Fragestellung oder in der Methodik im Erhebungszeitraum 2000-2003. Als Förderinstitutionen wurden Projekte von Bundesministerien, Bundesforschungsanstalten, Bundesanstalten, Ländern und privaten Stiftungen in Deutschland untersucht. Zugleich wurden die freien Forschungsaktivitäten von Forschungseinrichtungen und Universitäten untersucht, d.h. auch Eigenprojekte von Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Auch Förderaktivitäten von Unternehmen wurden berücksichtigt. Die Klassifikation der Projekte erfolgte in sechs Dimensionen, um einen grafische Positionsanalyse durchführen zu können. Es wurde

  • die Art der Förderinstitution (Bundesebene, Länder, Stiftunge, Universitäten, außeruniversitäre Forschung, sonstige Fördereinrichtungen),
  • die Dimensionen der Nachhaltigkeit gemäß Dreisäulenkonzept (Ökologie/Umwelt, Ökonomie, Soziales).
  • die Forschungsmethodik (Theorie/Konzepte, Empirie, Institutionen, übergreifend)
  • die geografische Eingrenzung (global, europäisch, national, regional/lokal) und
  • die hierarchische sektorale Einordnung in Volkswirtschaft-Regionalwirtschaft-Branchen/Industrien-Betriebe-Haushalte unterschieden.
Im Ergebnis ist eine Datenbank mit 666 Projekten entstanden, die durch die Stichprobenauswahl eine spezifische Struktur aufweist. Mit einem Anteil von 69% oder 469 Projekten liegt der Schwerpunkt der Datenbank bei der Förderung durch den Bund. Mit 47 Projekten und einem Anteil von 7% wurden dagegen nur einige Länderprogramme (Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein) systematisch erhoben. Die regionale Nachhaltigkeitsforschung ist daher infolge der Erhebungsmethodik in dieser Datenbank systematisch unterrepräsentiert. Da bei den europäischen Projekten nur die nationalen Projekte mit europäischer Ausrichtung ausgewertet wurden, ist auch die europäische Nachhaltigkeitsforschung im Sample unterrepräsentiert. Deutsche Projekte, die durch europäische Institutionen finanziert wurden, wurden in dieser Studie nicht betrachtet.

Als wichtigste Ergebnisse sind aus der Bestandsaufnahme festzuhalten (Abbildungen verweisen auf Positionsanalysen):

  • Die Nachhaltigkeitsforschung ist in Deutschland hauptsächlich anwendungsorientiert, die "reine" Theorie und die "reine" Empirie der Nachhaltigkeit sind dagegen schwach entwickelt. Dies gilt insbesondere für die soziale Dimension der Nachhaltigkeit (Abb. 1).
  • Das nachhaltige Handeln von kleinen Wirtschaftseinheiten, d.h. Betrieben und Haushalten ("Mikro-Nachhaltigkeit" genannt), ist bislang insgesamt wenig untersucht, insbesondere in der "reinen" Theorie und Empirie (Abb.2)
  • Nachhaltigkeitsforschung findet vor allem in den Umweltmedien Energie, Klima und Naturschutz (inkl. Land- und Forstwirtschaft) statt, in den Bereichen Lärm, Boden, Wasser, Luft (ohne CO2) wird sie dagegen kaum gefördert oder durchgeführt (Abb.3).
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